Als wir klein waren, erlebten wir unglaubliche Abenteuer. Wir, das waren immer nur wir Acht. Denn acht waren wir: unsere Bande. Die Huar-Huar-Bande. Das war ein ziemlich bescheuerter Name, und ich glaube, wir wussten es auch. Zumindest ich wusste es. Und die anderen bestimmt auch. Aber den Namen hatte ich mir ausgedacht, und deswegen sagten die anderen wohl nichts Abfälliges über ihn - jedenfalls nicht zu mir. Untereinander haben sie es vielleicht mal erwähnt, das mit dem Namen, und dass der bescheuert war. Könnt' ich mir vorstellen. Aber nicht mir gegenüber. Sie hatten bestimmt Angst, dass sie mich womöglich verletzen würden, indem sie mir sagten, der Name Huar-Huar-Bande' sei bekloppt. Sie hätten es mir ruhig sagen können. Oder vielleicht stimmt auch: sie hätten es mir sagen sollen. Womöglich ahnten sie hingegen, dass sie es mir nicht hätten sagen können, ohne dass ich eingeschnappt gewesen wäre. Ich glaube, ich war damals immer ziemlich schnell eingeschnappt... Na egal, darum geht es ja jetzt gar nicht. Es geht um die Abenteuer, die wir damals erlebten: denn die waren wirklich ganz unglaublich. Niemand sonst erlebte solche Abenteuer, und später erst recht keiner. Aber - jetzt fällt mir was ein. Denn ihr denkt bestimmt noch an den bescheuerten Bandennamen, und ich im Moment ebenfalls. Und so können wir uns im Augenblick noch gar nicht auf die unglaublichen Abenteuer konzentrieren. Denn vielleicht fragt ihr euch, wieso ich diesen Namen ausgesucht hatte, obwohl ich oben erwähnt habe, dass ich schon damals wusste, dass er bescheuert ist. Die Antwort ist: ich wusste es erst ein bisschen später, kurz nach dem Erfinden und der Einführung des Bandennamens. Ganz knapp danach, denke ich. Aber da hatte ich keinen Bock mehr, ihn zu ändern. Na, der Begriff ist jetzt nicht ganz richtig, der mit dem Bock; ich glaube, ich hab' mich ganz einfach nicht getraut zu sagen: "Hey Leute, der Name ist ja echt bescheuert, nur ist es mir vorher nicht aufgefallen." Solche Fähigkeit zur Selbstkritik kommt vielleicht erst ein bisschen später, nicht, wenn man erst acht ist: denn wir waren nicht nur Acht, sondern wir waren erst acht. Außerdem klingt keinen Bock haben' zu cool - obendrein gab's damals noch nicht mal das Wort: Bock. Es war in den Frühen Siebzigern, da kannte man das Wort Bock' oder den Ausruf ich habe keinen Bock' noch gar nicht. Oder vielleicht kannten wir das Gefühl noch nicht, das mit dem Nichtbockhaben, kann auch sein. Denn damals hatten wir auf alles Bock. Aber da wir das Wort nicht kannten, sollte man es womöglich anders ausdrücken: Wir fanden alles spannend. Die Welt war aufregend, das Leben war voller Verheißungen. Aber das war ja schließlich auch kein Wunder! Bei all den Abenteuern, die wir immerzu erlebten.
Ganzhalb der Zauberer entdeckt, dass der Ohrring, den Frohdoof der Döskopp in seinem Ohrläppchen trägt, kein geringerer als Der Eine Ohrring ist, nämlich jener, den der tapfere Held IsInDur einstmals dem Finsteren Herrscher abgenommen hatte. Der Ohrring aber, der Eine, verfügt über gewaltige Schwarze Kräfte und darf nicht wieder in die Hände des Bösen fallen, ansonsten die ganze Mittelmäßige Welt von unentrinnbarer Dunkelheit überzogen werden würde. Also machen sich Ganzhalb und Frohdoof, unterstützt von Marathorn dem Dauerläufer und verfolgt von den schrecklichen Nazgulashs, den Ohrringgespenstern, auf den Weg nach Duchfal, wo Allround der Halb-Alberne den einzig richtigen Ratschlag erteilt, wie denn dem Dilemma zu entkommen sei... Unglaublich sprachgewandtes, rasant erzähltes Epos, oberflächlich und unflätig, womit es haargenau in den Zeitgeist des frühen 21. Jahrhunderts passte.
![]()
Auszüge aus dem Hörbuch
Die Begegnung mit dem PankRog
(3 min 55 sec, ca. 1.6 MByte)
Am Tor von Murderor
(2 min 24 sec, ca. 1 MByte)
Die Blassen Blumen
(1 min 13 sec, ca. 530 KByte)
Tuschezeichnungen
zu
"Der Herr der Ohrringe"
Myk Jung "Der Herr der Ohrringe", Roman, 113 Seiten, 1 Kartenskizze, ISBN 3-8311-2496-5
7,10 EURMyk Jung "Der Herr der Ohrringe", Hörbuch, Doppel CD mit Booklet, Bestellnummer END007
13,99 EUR
Kymur und seine Gefährten bauen ein Fahrzeug, mit dem sie den Undurchdringlichen Wall durchfahren können, um die Andere Seite zu besuchen: jene Daseinsebene, die die Menschen zwischen ihren irdischen Leben besuchen. Warum sie eine solche Maschine konstruieren, wissen die drei Abenteuerlustigen eigentlich auch nicht. Neugierde? Die Freude am halb-magischen Rumfriemeln? Jedenfalls wird ihnen angst und bang; und eigentlich wollen sie die gefahrvolle Reise in die Andere Welt auch gar nicht mehr antreten, und würden´s auch nicht. Nur - es bleibt ihnen gar keine andere Wahl. Die Fahrt, die nie jemand zuvor unternahm, muß gewagt werden: Nichts Geringeres als die Rettung der Welt erfordert es...
![]()
In einer fernen Welt, die nicht zu einer Kugel geformt ist wie die meisten Welten, sondern sich in einem gleißenden Bogen über die Schwärze des Alls spannt, herrschen haarsträubende Zustände: Die Wabbeligen unterjochen die Unteren Kasten der Sehnigen und der Rippigen. Tapfere Helden machen sich an das aussichtslos scheinende Unterfangen, die Bogenwelt von ihren sozialen Ungerechtigkeiten zu befreien. Zauberer, Schwarze Rächer, edle Weise und unerschrockene Amazonen ringen um die richtige Vorgehensweise, wie den ruchlosen Wabbeligen das Handwerk zu legen sei. Fürchterliche Weltraummonster gilt es auf dem Weg zur Bogenwelt-Befreiung zu besiegen; und im Untersten Abgrund lauert zu allem Überfluss die Große Kobra, bereit, alles zu verschlingen... Ungeheurer Einfallsreichtum und Sprachwitz.
![]()